Das Wappen und seine Entstehungsgeschichte
Als im Sommer des Jahres 1977 Bürgermeister Mihalits mit Dr. Lambauer über ein Wappen für Lieboch sprach, hatte Dr. Lambauer, außer einer Erinnerung an Traunkirchen in Oberösterreich, nichts, was ihm für den Entwurf eines Wappens verwendbar schien. So beschäftigte er sich mehr und mehr mit dieser Erinnerung und einer Ansichtskarte, die er damals aus Traunkirchen mitgebracht hatte. Die Karte zeigt einen goldenen Krebs, der ein goldenes Kreuz in seinen Scheren trägt und die Kanzel der dortigen Kirche ziert. Er,erfuhr Dr. Lambauer,steht in enger Beziehung zu Franz Xaver, der sowohl Pfarrpatron der Pfarre von Traunkirchen, als auch der von Lieboch ist.
Einer Legende zufolge soll Franz Xaver bei einer Missionsfahrt nach Indien am Meeresstrand vom Sturm überrascht worden und ihm sein Missionskreuz ins Meer entglitten sein. Kurz darauf habe ein Krebs das Kreuz in seien Scheren wieder an Land gebracht. Damit war nun ein Symbol gefunden, das in der Steiermark einmalig ist, da Franz Xaver außer von Lieboch, nur noch Pfarrpatron der Stadtpfarre von Leoben ist, Leoben aber ein andere Stadtwappen besitzt. Zu berücksichtigen war aber auch die Heraldik, deren strengen Bestimmungen ein Wappen unterworfen ist und vor allem die beiden Ortsteile Spatenhof und Schadendorf. Für diese beiden Ortsteile war ein Sympol anzustreben, welches auf ihren Charakter oder ihre Entstehungsgeschicht Bezug nimmt.
Für "Schadendorf" war es unschwer ein solches in Form eines Mühlrades, für die in der Mühlau bis in die jüngste Zeit betriebenen Mühlen zu finden. "Spatenhof" hat sich aus und um einen Gutbesitz, der nach seinem ersten Besitzer, Spatt, Spatenhof genannt wurde, entwickelt. Für die Rodung und Urbarmachung dieses, um den Gutsbesitz liegenden Gebietes, war der Vorgänger des heutigen Spatens in Form eines Grabscheites oder ähnlichen unentbehrlich. So hat der Spaten doppelte Beziehung zu Spatenhof und steht daher als Symbol für diesen Ortsteil als Spatenblatt im Wappen.
Daraus ergab sich nun ein dreiteiliges Wappen, dessen Symbole in die richtige Position zu einander zu bringen und dessen Farben, unter Berücksichtigung der Farben der Wappen der Nachbargemeinden festzulegen waren. Mehrere Entwürfe wurden angefertigt und wieder verworfen, bis es zu dem Entwurf kam, der vom Gemeinderat der Gemeinde Lieboch in seiner Sitzung vom 12. April 1978 einstimmig angenommen wurde.
Dieses in den Farben rot/gold gehaltene Wappen, stellt eine ideale Synthese weltlicher und kirchlicher Belange dar. Die Gemeinde Lieboch ist sei 1. Oktober 1978 zu seiner Führung berechtigt.
